Alpaka – Wanderung

Kuschelalarm in den Wupperbergen

Ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Erwachsene und Kinder sind gleichermaßen begeistert.

Oh, sind die süüüüüßßß …! So oder ähnlich reagieren wohl die meisten Menschen, wenn sie die Herde von Anette Rabanus zum ersten Mal sehen. 35 Alpakas, zwei Lamas sowie einige Ponys stehen auf einem großzügigen Terrain in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bio-Bauernhof von Julia und Theo Höffken im Süden Solingens. Noch intensiver ist das Erlebnis, sobald man inmitten der flauschigen Tiere steht, das eine oder andere Alpaka neugierig herankommt, schnuppert und sich sogar ein wenig ankuschelt. „Vorsichtig neugierig“, seien die Tiere, meint Anette Rabanus, die sehr erfolgreich Alpaka-Wanderungen durch die wunderschöne Natur rund um Burg Hohenscheid im Stadtteil Hästen anbietet. Nachdem die Tiere einen Führstrick angelegt bekommen haben, geht es für die Gruppe zwei bis drei Stunden bergauf und bergab durch die nähere Umgebung, ab und an wird angehalten, um den schönen Ausblick zu genießen oder die Tiere kurz grasen zu lassen. Schon vor 14 Jahren hat Anette Rabanus ihre Liebe zu den südamerikanischen Klein-Kamelen entdeckt. „In Österreich hatten mein Mann und ich an einer solchen Wanderung teilgenommen und ich war sofort begeistert.“ Und so dauerte es nicht lange und die Familie kaufte zusätzlich zu ihren Ponys die ersten drei Alpakas, von denen heute noch Alpaka- Dame Lulu im hohen Alter von 19 Jahren in der Herde ist. Und auch wenn Familie Rabanus immer wieder Alpaka-Fohlen verkauft, so wächst die Herde doch ständig, so dass bei den Wanderungen mittlerweile bis zu elf Tiere mitgehen können. „Nur die Jungs kommen mit“, erklärt die Solingerin, „die Stuten bleiben auf der Wiese, denn ihre Fohlen würden ein Riesentheater machen, wenn sie die Herde verlassen.“

Alpakas: vorsichtig neugierig

Alpakawanderungen sind ein absoluter Trend. „Viele Städter haben nur noch wenig Kontakt zu Tieren“, meint Züchterin Anette Rabanus, „da suchen sie in ihrer Freizeit, etwa am Wochenende, Möglichkeiten, sich der Natur zu nähern.“ Alpakas sind vermutlich auch deshalb so beliebt, weil sie nicht nur sehr niedlich aussehen, sondern eben auch „vorsichtig neugierig“ sind, wie Anette Rabanus immer wieder betont. Man sollte sich ihnen ebenso zurückhaltend freundlich zuwenden. „Die Tiere brauchen ein bisschen Zeit, um sich Menschen anzuvertrauen. Sie sind Distanz- und Fluchttiere, die in ihrer natürlichen Umgebung in den Anden immer auf der Hut etwa vor Wölfen und Kojoten sein müssen.“ Und auch wenn sie dort in über 3000 Meter Höhe heimisch sind, fühlen sie sich auch bei Rabanus im Bergischen Land wohl: „Die Tiere sind sehr anpassungsfähig und kommen mit dem Klima hier bestens klar. Sie benötigen auch nicht zwingend saftig grüne Wiesen – viel lieber sind ihnen trockene Gräser, an denen sie knabbern können.“ Seit über zehn Jahren betreiben Rabanus nun schon ihre eigene Zucht, seit vier Jahren werden die Trekkingtouren angeboten. Und die Nachfrage steigt stetig. Anette Rabanus stellt, bevor es losgeht, jedes Tier einzeln vor, mit Namen und Alter, seinen besonderen Eigenschaften und manchmal auch einer kleinen Anekdote. „Jenny“ etwa hätte durch ihre Teilnahme an einer RTL-Sendung schon eine gewisse Berühmtheit erlangt. „Nelson“ erzähle während der Wanderung immer gern, das heißt er summe, man brauche sich deshalb keine Sorgen machen. „Bambi“ sei überdurchschnittlich anhänglich und „Silvester“ noch „Berufsanfänger“. Unangefochtener „Anführer“ der Herde sei „Arthur“, ein Lama – am liebsten immer vorneweg bei der Tour.

ALPAKA- WANDERUNGEN

Dauer: 2 – 3 Stunden
Teilnahme möglich ab 4 Jahren, je nach Größe und Gewicht des Kindes
Immer zwei Personen führen abwechselnd ein Alpaka
Festes Schuhwerk ist mitzubringen, und eventuell etwas zu Trinken Besondere Angebote:
– Alpakawanderung „Inkaromantik“ mit anschließendem Lagerfeuer
– Kindergeburtstag mit Alpakas und auf Wunsch mit Ponys
Solingen Bärenloch Kartenansicht

Entspannung überträgt sich von den Tieren auf die Menschen

Miss Zöpfchen Stadt Solingen

So verstehen die Teilnehmer bald, dass die Tiere nicht nur unterschiedlich aussehen, sondern sich auch charakterlich stark unterscheiden. Allen gemein aber ist eine sanfte Grundhaltung, so Anette Rabanus, „diese Gelassenheit überträgt sich ziemlich schnell auf uns Menschen, so dass, wenn sich die erste Aufregung gelegt hat, am Ende der Wanderung meist alle ziemlich entspannt sind.“ Ein bis zwei Jahre benötigen die Alpakas, bis sie sich von Fremden führen lassen. Eins mögen sie aber ganz und gar nicht, so die Expertin: „Wenn man sie an den Hintern fasst“. Da kicken sie mal eben mit dem Hinterlauf. Am besten also man hält ein wenig Abstand, etwa wie bei Pferden. Beißen oder schnappen aber würden Alpakas nicht, so Anette Rabanus: „Begegnen wir ihnen mit Achtsamkeit und Einfühlungsvermögen, fassen sie Vertrauen und laufen aufmerksam ohne Probleme neben uns her.“ Und so ist es kein Wunder, dass nach „getaner Arbeit“, wenn die Alpakas wieder zurück in ihrer Herde stehen, viele Teilnehmer der Wanderung noch „ihrem“ Alpaka oder Lama sehnsuchtsvoll hinterherschauen, wie es langsam am Horizont verschwindet auf der weiten Wiese hier auf der schönen Anhöhe. Vielleicht wünscht sich sogar der eine oder andere, er möge „im nächsten Leben“ als Alpaka wiedergeboren, so friedlich wirkt die Welt dieser Herdentiere, dass man einfach darin eintauchen möchte.

Fotos:  TOMS – STOCK.ADOBE.COM, FAMILIE RABANUS
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